Kurse und Spielkreise fördern Ihr Kind
Elternverein Trappenbrunn e.V.
Die wesentlichen Vorteile eines Kurses liegen – vor allem, wenn das Kind aus irgendeinem Grund keinen Kindergarten besucht – auf der Hand: Ihr Kind wird in einer Gruppe mit anderen Kindern in einem speziellen Bereich unter sachkundiger Anleitung angeregt.
Abgesehen von dem speziellen Lernbereich übt es dabei Verhaltensweisen, die nur in der Gruppe gelernt werden können, Kontaktaufnahme, Orientierung an anderen, Verhalten bei Konflikten, Kooperation, Rücksicht und Solidarität sind die wichtigsten darunter. Es lernt auch, sich auf einen zunächst fremden Erwachsenen einzustellen und sich auf das zu konzentrieren, was der Kursleiter sagt und macht – eine später für die Grundschule hilfreiche Erfahrung.
Es gewöhnt sich weiterhin an die äußeren Bedingungen eines Kurses: dort werden meistens regelmäßiges und pünktliches Erscheinen mit entsprechender Motivation zu einem bestimmten Zeitpunkt erwartet. Und ein Kind wird selbständiger dabei, weil es zumindest während der Kursstunde außerhalb des gewohnten elterlichen Einflusses steht.
Gleichgültig, was Ihr Kind in diesem Kursus lernt: malen, gestalten oder singen – der Vergleich mit anderen Kindern hilft ihm, für seine Leistungen einen realistischen Maßstab zu finden.
Doch bevor Sie sich (und Ihr Kind) für einen bestimmten Kurs entscheiden, sollten Sie sich über das Lern- und Spielangebot eingehend informieren. Besuchen Sie, wenn es geht, eine übliche Stunde des Kurses, und beantworten Sie sich die folgenden Fragen:
- Welche Ziele hat der Kurs? Sind diese Ziele erkennbar? Ist das Spektrum der Ziele breit genug? Werden Einseitigkeiten vermieden?
- Was für Themen werden vom Kursleiter ausgewählt? Werden aktuelle Probleme des Kindes in seiner gegenwärtigen Umwelt angesprochen? Welche speziellen Persönlichkeitsbereiche werden gefördert?
- Wie verhält sich der Kursleiter den Kindern gegenüber? Überwiegend partnerschaftlich und sozial-integrativ? Ist sein Programm für die Kinder interessant? Spielt und arbeitet er gerne mit den Kindern?
Arbeiten die Kinder begeistert mit? Wirken sie unkonzentriert oder gelangweilt? Sind sie am Ende der Stunde völlig erschöpft? Oder noch munter, wie sie es sein sollten? Geht der Kursleiter auf einzelnen Kinder ein, wenn es notwendig ist?
Kann er einem Kind so rasch und sicher helfen, dass die anderen Kinder sich zwischenzeitlich nicht langweilen? Wie reagiert er, wenn ein Kind nicht mehr mitmacht? Arbeitet er variabel, also zum Beispiel in Form von Gesprächen, Versuchen und Geschichten? Nutzt er, wenn es sich anbietet, technische Mittel wie zum Beispiel Tonband, Plattenspieler oder verschiedene Musikinstrumente?
- Können Sie feststellen, dass die Kinder, die den Kurs besuchen, unterschiedliche Leistungen zeigen? Sind die Kinder, die länger als etwa ein halbes Jahr bei dem Kurs mitmachen, Ihrem Kind – obwohl gleichaltrig – in ihren Leistungen überlegen? Sind diese Kinder noch gern dabei?
Scheuen Sie sich auch nicht, den Kursleiter selbst auf die Ziele anzusprechen, die er verfolgt. Seien Sie jedoch nicht misstrauisch, wenn er Sie bei seinen Stunden nur ungern Zusehen lässt: Mit Ihrem Besuch ist in aller Regel eine gewisse Störung verbunden. Sie sollten dann aber umso intensiver andere Möglichkeiten nutzen, um sich über das Angebot zu informieren: Also:
- Andere Eltern ansprechen, deren Kinder den Kurs besuchen;
- die Kursteilnehmer selbst befragen, wie gut ihnen dieser gefällt und was dort besonderen Spaß macht; ob die Kinder zu Hause das, was sie im Kurs gelernt haben, im Spiel aufgreifen oder fortführen;
- anhand der erworbenen Fertigkeiten selbst feststellen, ob die Kinder gut gefördert werden;
- eine entsprechende Veranstaltung mit Vorführung oder eine Ausstellung besuchen.
Welchen Kurs soll mein Kind besuchen?
Wie groß das Angebot an Kursen auch ist, es verringert sich für Sie wahrscheinlich dadurch, dass die Veranstaltung nicht allzu weit entfernt und nicht zu einer unpassenden Zeit stattfinden darf.
Wenn Ihr Kind auf einem ganz bestimmten Gebiet gefördert werden soll, zum Beispiel bei körperlichen Schwächen, so werden Sie aus dem Angebot ganz gezielt den geeigneten Kurs auswählen, also hier etwa Gymnastik oder Turnen. Aber vielleicht bestimmen auch die Vorlieben oder Veranlagungen Ihres Kindes die Auswahl, zum Beispiel bei besonderer musikalischer Begabung.
Ein weiterer Gesichtspunkt ist, ob ein befreundetes Kind den Kurs bereits besucht oder sich eventuell mit anmeldet.
Übrigens: Wenn Sie bald umziehen und Ihr Kind dadurch seinen Kurs frühzeitig abbrechen müsste, sollten Sie davon Abstand nehmen und erst am neuen Wohnort einen geeigneten Kurs auswählen.
Folgende Kurse kommen für vierjährige Kinder bevorzugt in
Frage: Mal- und Zeichenkurs; Gymnastik- und Turnkurs; Schwimmkurs; Skikurs; Musikkurs (besonders mit Orff-Instrumenten). Speziellere Kurse zum Beispiel für Roll- und Schlittschuh fahren, Tennis, Ballett, Tanz und Werken sind erst für das fünf- oder sechsjährige Kind zu empfehlen.
Wichtiger Tipp
- Informationen darüber, wo Kurse stattfinden, können Sie
hei Volkshochschulen, Vereinen, über Schulen und Lehrer, über die örtliche Presse, die Gemeindeverwaltung, das Jugendamt oder andere Eltern erhalten. Schließen Sie sich gegebenenfalls mit anderen Eltern zusammen, die gleichaltrige Kinder
haben, und «suchen» Sie sich auf eigene Kosten einen geeigneten Kursleiter.
- Versuchen Sie niemals Ihren eigenen, unbefriedigten Ehrgeiz durch intensive Förderung Ihres Kindes auf einem einzigen Gebiet zu befriedigen!
Stichwörter: Elternverein Trappenbrunn e.V.
Keine Kommentare »



